Was sind Risikozuschläge in einer privaten Krankenversicherung für Beamte?

Junge Ärztin notiert sich Diagnosen

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenkasse spielt in der privaten Krankenversicherung für Beamte zur Ermittlung Ihres monatlichen Beitrages Ihre Besoldung (Einkommen) keine Rolle.

Bei der PKV sind andere Kriterien ausschlaggebend – beispielsweise Ihr Einstiegsalter, Ihr Gesundheitszustand und Ihr Beihilfeanspruch.

Insbesondere mögliche „Vorerkrankungen“ können dabei den Monatsbeitrag in der privaten Krankenversicherung deutlich gegenüber dem eigentlichen Tarifbeitrag verändern.

Worauf es dabei besonders für Sie zu achten gilt, möchte ich in meinem heutigen Artikel aufgreifen.

Die „vorvertragliche Anzeigepflicht“ in der PKV für Beamte

Private Krankenversicherungen für Beamte und Beamtenanwärter bewerten im Rahmen der „vorvertraglichen Anzeigepflicht“ Vorerkrankungen und können für diese Risikozuschläge verlangen. Risikozuschläge sind Beiträge, die Sie zusätzlich zum normalen Tarifbeitrag entrichten müssen.

Welche „Vorerkrankungen“ dabei genau zu Risikozuschlägen führen und in welcher Höhe diese anfallen, ist abhängig von der Bewertung der einzelnen Gesellschaften.

Für Sie können solche Risikozuschläge natürlich zu bösen Überraschungen führen, da der eigentliche Monatsbeitrag plötzlich stark von Ihrem zukünftigen Zahlbetrag abweichen kann. Aus diesem Grund macht es großen Sinn Mehrbeiträge durch „Vorerkrankungen“ schon im Vorfeld der Entscheidung für eine bestimmte PKV abzuklären.

Generell ist es zunächst bedeutend zu verstehen, dass jede Privatversicherung im Krankenversicherungsantrag zahlreiche Fragen zu Ihrer Gesundheit stellt. Die wichtigsten Gesundheitsfragen beziehen sich in der Regel auf ambulante Diagnosen und Behandlungen in den letzten 3 Jahren, stationäre Krankenhausaufenthalte in den letzten 5 Jahren, Psychotherapien in den letzten 3-10 Jahren (je nach Versicherung) und chronische Erkrankungen.

Zudem wird ebenfalls nach aktuell angeratenen oder beabsichtigten Behandlungen oder Operationen gefragt und etliche Gesundheitsangaben drehen sich um den Zahnbereich. Davon ausgegangen, dass keine HIV-Erkrankung besteht, Sie unter keinen Abhängigkeiten leiden und generelle körperliche Fehlstellungen nicht vorliegen, lassen sich die Gesundheitsfragen der einzelnen Versicherer auf diese Weise gut zusammenfassen.

Natürlich weichen die abgefragten Zeiträume und exakten Fragestellungen von Privatversicherung zu Privatversicherung voneinander ab. Fokussieren Sie sich allerdings zunächst auf die genannten Zeiträume, schaffen Sie eine gute Grundlage für einen Vergleich der verschiedenen Tarifangebote für Beamte am Markt.

Die Diagnosen in den ärztlichen Akten sind ausschlaggebend

Sehr wichtig ist es zu verstehen, dass nicht die „Vorerkrankungen“ zu benennen sind, die Ihnen bekannt sind, sondern die Diagnosen aus Ihren Akten bei Ihren Ärzten.

Da Sie als gesetzlicher Patient nicht sehen, welche Diagnosen der Arzt nach einer Behandlung exakt in Ihrer Krankenakte hinterlegt hat, empfehle ich Ihnen einen Ausdruck Ihrer Krankenakten beim Arzt anzufordern. Im Krankenversicherungsantrag unterschreiben Sie später, dass Sie alle Angaben aus den ärztlichen Akten angegeben haben.

Dies kann Ihr Krankenversicherer im Rahmen der „vorvertraglichen Anzeigepflicht“ während der Vertragslaufzeit prüfen. Kommt es im Laufe Ihrer PKV-Mitgliedschaft zu bestimmten Erkrankungen, kann Ihre Krankenversicherungsgesellschaft also beim Arzt anfragen, ob diese Diagnosen schon vor Abschluss des Vertrages bekannt waren. Sollte dies der Fall sein und die entsprechenden Angaben wurden im Antrag nicht gemacht, handelt es sich um eine sog. vorvertragliche Anzeigepflichtsverletzung. Aus dieser resultiert ein einseitiges Kündigungsrecht seitens der Versicherung.

Anhand dieser Fakten können Sie erkennen, wie wichtig es ist alle gesundheitlichen Diagnosen im Vorfeld zu recherchieren. Erstellen Sie am besten eine Liste mit diesen Diagnosen und sorgen Sie dafür, dass Ihre „Vorerkrankungen“ schon beim einem Vergleich unterschiedlicher Krankenversicherungsangebote berücksichtigt werden.

Ausschließlich auf diese Weise erhalten Sie einen neutralen Überblick über die realen Krankenversicherungsbeiträge, die Sie in Zukunft erwarten. Natürlich erleichtert ein solcher PKV-Vergleich Ihre Entscheidungsfindung, da die Vor- und Nachteile der einzelnen Angebote deutlich werden.

Fazit:

Die Angaben zum Gesundheitszustand spielen in der PKV für Beamte eine wesentliche Rolle. Dies gilt natürlich ebenso für private Krankenversicherung im Referendariat und während der Anwärterzeit.

Durch bestimmte „Vorerkrankungen“ kann es zu Risikozuschlägen in der PKV kommen. Welche Diagnosen genau zu Mehrbeiträgen führen und in welcher Höhe diese veranschlagt werden, entscheidet jede Versicherungsgesellschaft individuell.

Deshalb empfiehlt es sich schon vor der Entscheidung für eine Privatversicherung auszuloten, mit welchen Mehrbeiträgen Sie bei den einzelnen Gesellschaften ggf. zu rechnen haben. Ein individuell erstellter Krankenversicherungsvergleich für Beamte kann Ihnen dabei helfen. Auf diese Weise erhalten Sie einen schnellen und transparenten Überblick über das Beitragsniveau und die Leistungen der einzelnen Tarife.

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