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Pauschale Beihilfe Baden-Württemberg: Lohnt sich die PKV trotzdem noch?

Die pauschale Beihilfe in Baden-Württemberg gibt Beamten seit dem 01.01.2023 einen Zuschuss zur gesetzlichen Krankenkasse. Davor mussten Beamte in der GKV den vollen Beitrag allein zahlen. Trotzdem lohnt sich für viele Beamte in Baden-Württemberg die PKV noch immer. Welche Wahl besser zu deiner Situation passt, hängt von deiner Besoldung, deinem Gesundheitszustand und deiner
Lebenssituation ab.

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten
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Sven Bruns

PKV-Beamtenspezialist
19 Jahre Erfahrung | 8.000+ versicherte Beamte
★ 4,97/5 · 305 Bewertungen (ProvenExpert)


Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Seit 2023 zahlt der Dienstherr in Baden-Württemberg 50 Prozent deines GKV-Beitrags.
  • Mit PKV und individueller Beihilfe kann die Absicherung in vielen Fällen günstiger sein. Das lässt sich nur individuell prüfen.
  • Ob sich die PKV lohnt, hängt von Einstiegsalter, Beihilfesatz und Gesundheitszustand ab.
  • Die Entscheidung ist unwiderruflich. Nur Beamtenanwärter und Referendare können noch wechseln.

GKV-Beitrag mit pauschaler Beihilfe in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg übernimmt der Dienstherr 50 Prozent des GKV-Beitrags als pauschale Beihilfe. Das funktioniert ähnlich wie der Arbeitgeberanteil bei Angestellten.

Was das konkret bedeutet, zeigt ein Beispiel:

Laura wird Beamtin auf Probe in Baden-Württemberg. Sie ist Lehrerin mit A13 Besoldung (Stufe 3), ledig und kinderlos. Ihre Besoldung liegt bei 5.185,88 Euro.

Der Vollbeitragssatz der Techniker Krankenkasse (TK) beträgt 2026 insgesamt 16,69 Prozent. Laura zahlt davon die Hälfte: 8,345 Prozent (aufgrund der pauschalen Beihilfe in Baden-Württemberg). Hinzu kommt ihr Anteil an der Pflegeversicherung von 2,4 Prozent. Damit liegt ihr Gesamtbeitragssatz bei 10,745 Prozent.

5.185,88 Euro × 10,745 Prozent = 557,22 Euro monatlicher GKV-Beitrag

Den maximalen GKV-Beitrag zahlen Beamte in Baden-Württemberg bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro monatlich. Der Höchstbeitrag liegt damit bei 624,55 Euro im Monat.

Wichtig: Pauschale Beihilfe gilt nicht überall

Die pauschale Beihilfe gibt es nicht in allen Bundesländern und nicht bei der Bundesbeihilfe. Wechselst du als Beamter in ein Bundesland ohne pauschale Beihilfe, fällt der Zuschuss weg und du zahlst den vollen GKV-Beitrag allein. Wer langfristig in der GKV bleibt, sollte dieses Risiko einkalkulieren.

Wie das Beihilfesystem grundsätzlich funktioniert, erfährst du in meinem Ratgeber zur Beihilfe für Beamte.

PKV oder GKV in Baden-Württemberg: Die entscheidenden Faktoren

Wählst du die PKV, ist die Kombination mit der individuellen Beihilfe die sinnvollere Wahl. Sie erstattet je nach Lebenssituation zwischen 50 und 70 Prozent deiner tatsächlichen Krankheitskosten.

Je höher dein Beihilfesatz, desto weniger musst du über die PKV absichern, sodass diese Kombination in vielen Fällen günstiger ausfällt als die pauschale Beihilfe. Im Hauptratgeber zur privaten Krankenversicherung für Beamte liest du, wie das System aus Beihilfe und PKV grundsätzlich funktioniert.

Ob sich die PKV für dich lohnt, hängt vor allem von zwei Faktoren ab:

Einstiegsalter: Je jünger du in die PKV einsteigst, desto günstiger fällt dein Beitrag aus. Je nach Beihilfesatz und Besoldung kann sich die PKV allerdings auch noch bei einem Einstiegsalter über 40 Jahren lohnen.

Gesundheitszustand: Bei bestimmten Vorerkrankungen kann eine PKV den Antrag ablehnen oder nur über die Öffnungsklausel annehmen, die bei der Erstverbeamtung gilt und einen pauschalen Zuschlag von 30 Prozent beinhaltet. Gerade in niedrigeren Besoldungsgruppen kann in diesem Fall die GKV mit pauschaler Beihilfe die günstigere Wahl sein. Kleinere Risikozuschläge erhöhen den PKV-Beitrag, müssen aber nicht dazu führen, dass die PKV teurer wird als die GKV mit pauschaler Beihilfe. Die einzige zuverlässige Methode, das im Vorfeld herauszufinden, ist eine anonyme Risikoprüfung.

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Was kostet die PKV für Beamte in Baden-Württemberg?

Bleiben wir bei Lauras Beispiel. Als 26-jährige Beamtin mit 50 Prozent Beihilfesatz zahlt sie in der GKV mit pauschaler Beihilfe 557,22 Euro monatlich.

Eine private Krankenversicherung mit individueller Beihilfe kostet Laura bei 50 Prozent Beihilfesatz je nach Tarifwahl zwischen 302 und 444 Euro monatlich, ohne Vorerkrankungen. Darin enthalten
sind Einbettzimmer und Chefarztbehandlung im Krankenhaus, der Beihilfeergänzungstarif sowie die Pflegeversicherung.

Damit spart Laura je nach Tarifwahl zwischen 113 und 255 Euro monatlich gegenüber der GKV. Gleichzeitig erhält sie in der PKV Leistungen, die in der gesetzlichen Krankenkasse nicht enthalten sind.

→ Weitere Beispiel findest du hier: Was kostet eine private Krankenversicherung für Beamte?

Krankenversicherung für Kinder und Ehepartner in Baden-Württemberg

Kinder

Wählst du die GKV mit pauschaler Beihilfe, können deine Kinder kostenlos über die gesetzliche Familienversicherung mitversichert werden.

Entscheidest du dich für die PKV mit individueller Beihilfe, hängt die Versicherung deiner Kinder von deinem Einkommen ab. Verdienst du unterhalb der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 Euro und ist dein Ehepartner gesetzlich versichert, kann dein Kind kostenlos in der GKV-Familienversicherung des Ehepartners bleiben. Eine private Krankenversicherung ist in diesem Fall optional.

Verdienst du oberhalb der Versicherungspflichtgrenze und mehr als dein Ehepartner, ist eine eigene Versicherung für dein Kind verpflichtend. Der Beihilfesatz für Kinder liegt in Baden-Württemberg bei 80 Prozent, sodass du über die PKV nur 20 Prozent absichern musst. Die PKV ist in diesem Fall meist deutlich günstiger als die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung und bietet zusätzlich die Leistungsvorteile der Privatversicherung.

Kinder von Beamten: GKV oder PKV?

Ehepartner

Wählst du die GKV mit pauschaler Beihilfe, kann dein Ehepartner ohne eigenes Einkommen kostenlos über die gesetzliche Familienversicherung mitversichert werden.

Entscheidest du dich für die PKV mit individueller Beihilfe, benötigt dein Ehepartner in diesem Fall eine eigene PKV oder eine freiwillige gesetzliche Krankenversicherung. Ist dein Ehepartner
angestellt (über Minijob), in Elternzeit oder anderweitig versicherungspflichtig, ist er bereits selbst in der GKV versichert und kann keine PKV abschließen. Eine PKV mit Beihilfe ist für den
Ehepartner nur möglich, wenn gleichzeitig keine Versicherungspflicht in der GKV besteht und die Einkünfte unter 20.000 Euro im Kalenderjahr liegen. Sind beide Bedingungen erfüllt, kann dein
Ehepartner mit einem Beihilfesatz von 70 Prozent privat versichert werden.

→ Alle Details zu findest du hier: Krankenversicherung für den Ehepartner von Beamten

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Sven Bruns
Dein Beamtenspezialist

Ich bin Sven Bruns, unabhängiger PKV-Spezialist für Beamte, Beamtenanwärter und Referendare. Mit 19 Jahren Erfahrung habe ich über 8.000 Beamte bei der Wahl ihrer privaten Krankenversicherung begleitet. Meine Kunden schätzen meine Erreichbarkeit (5,0), Fachkompetenz (4,99) und meinen Erklärungsfokus (4,99) – wie die 305 Bewertungen auf ProvenExpert zeigen.