Was sind Risikozuschläge in einer privaten Krankenversicherung für Beamte?
Schon kleine Diagnosen in der Krankenakte können den PKV-Beitrag erhöhen. Wie Risikozuschläge entstehen, was sie langfristig kosten und wie du sie vorab prüfst.
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Dein Einstiegsalter
Dein Gesundheitszustand
Dein Beihilfesatz
Dein gewünschter Leistungsumfang
Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenkasse spielt in der privaten Krankenversicherung für Beamte zur Ermittlung deines monatlichen Beitrages deine Besoldung (Einkommen) keine Rolle.
Bei der PKV sind andere Kriterien ausschlaggebend – beispielsweise dein Einstiegsalter, dein Gesundheitszustand und dein Beihilfeanspruch.
Insbesondere mögliche „Vorerkrankungen“ können dabei den Monatsbeitrag in der privaten Krankenversicherung deutlich gegenüber dem eigentlichen Tarifbeitrag verändern.
Worauf es dabei besonders für dich zu achten gilt, möchte ich in meinem heutigen Artikel aufgreifen.
Welche Vorerkrankungen führen zu Risikozuschlägen?
Nicht jede Vorerkrankung führt zu einem Risikozuschlag – aber deutlich mehr, als die meisten Beamten erwarten.
Viele gehen davon aus, dass nur schwere Erkrankungen ein Problem sind. In der Praxis erlebe ich jedoch regelmäßig, dass private Krankenversicherungen bereits bei deutlich unscheinbareren Diagnosen Mehrbeiträge verlangen – selbst wenn diese vollständig ausgeheilt sind.
Beispiele aus der Praxis:
- Eine leichte Hautirritation oder Allergie, die vor zwei Jahren behandelt wurde
- Knieschmerzen, die nach kurzer Behandlung komplett verschwunden sind
- Schuheinlagen, die vom Arzt verordnet wurden
- Eine einmalige Psychotherapie – je nach Versicherer auch nach Jahren noch relevant
- Rückenbeschwerden ohne bleibenden Befund
Das Entscheidende dabei: Es zählt nicht, was du selbst als Erkrankung wahrnimmst – sondern welche Diagnose dein Arzt damals in deiner Krankenakte eingetragen hat. Und genau das siehst du in der Regel nicht.
Welche Diagnosen zu Zuschlägen führen und in welcher Höhe, entscheidet jede Gesellschaft individuell. Was bei Versicherer A zu 20 Prozent Aufschlag führt, kann bei Versicherer B problemlos versichert werden – oder sogar zur Ablehnung führen.
Die „vorvertragliche Anzeigepflicht“ in der PKV für Beamte
Private Krankenversicherungen für Beamte und Beamtenanwärter bewerten im Rahmen der „vorvertraglichen Anzeigepflicht“ Vorerkrankungen und können für diese Risikozuschläge verlangen. Risikozuschläge sind Beiträge, die du zusätzlich zum normalen Tarifbeitrag entrichten musst.
Welche „Vorerkrankungen“ dabei genau zu Risikozuschlägen führen und in welcher Höhe diese anfallen, ist abhängig von der Bewertung der einzelnen Gesellschaften.
Für dich können solche Risikozuschläge natürlich zu bösen Überraschungen führen, da der eigentliche Monatsbeitrag plötzlich stark von deinem zukünftigen Zahlbetrag abweichen kann. Aus diesem Grund macht es großen Sinn, Mehrbeiträge durch „Vorerkrankungen“ schon im Vorfeld der Entscheidung für eine bestimmte PKV abzuklären.
Generell ist es zunächst bedeutend, zu verstehen, dass jede Privatversicherung im Krankenversicherungsantrag zahlreiche Fragen zu deiner Gesundheit stellt. Die wichtigsten Gesundheitsfragen beziehen sich in der Regel auf ambulante Diagnosen und Behandlungen in den letzten 3 Jahren, stationäre Krankenhausaufenthalte in den letzten 5 Jahren, Psychotherapien in den letzten 3–10 Jahren (je nach Versicherung) und chronische Erkrankungen.
Zudem wird ebenfalls nach aktuell angeratenen oder beabsichtigten Behandlungen oder Operationen gefragt und etliche Gesundheitsangaben drehen sich um den Zahnbereich. Davon ausgegangen, dass keine HIV-Erkrankung besteht, du unter keinen Abhängigkeiten leidest und generelle körperliche Fehlstellungen nicht vorliegen, lassen sich die Gesundheitsfragen der einzelnen Versicherer auf diese Weise gut zusammenfassen.
Natürlich weichen die abgefragten Zeiträume und exakten Fragestellungen von Privatversicherung zu Privatversicherung voneinander ab. Fokussierst du dich allerdings zunächst auf die genannten Zeiträume, schaffst du eine gute Grundlage für einen Vergleich der verschiedenen Tarifangebote für Beamte am Markt.
Die Diagnosen in den ärztlichen Akten sind ausschlaggebend
Sehr wichtig ist es, zu verstehen, dass nicht die „Vorerkrankungen“ zu benennen sind, die dir bekannt sind, sondern die Diagnosen aus deinen Akten bei deinen Ärzten.
Da du als gesetzlicher Patient nicht siehst, welche Diagnosen der Arzt nach einer Behandlung exakt in deiner Krankenakte hinterlegt hat, empfehle ich dir, einen Ausdruck deiner Krankenakten beim Arzt anzufordern. Im Krankenversicherungsantrag unterschreibst du später, dass du alle Angaben aus den ärztlichen Akten angegeben hast.
Dies kann dein Krankenversicherer im Rahmen der „vorvertraglichen Anzeigepflicht“ während der Vertragslaufzeit prüfen. Kommt es im Laufe deiner PKV-Mitgliedschaft zu bestimmten Erkrankungen, kann deine Krankenversicherungsgesellschaft also beim Arzt anfragen, ob diese Diagnosen schon vor Abschluss des Vertrages bekannt waren.
Sollte dies der Fall sein und die entsprechenden Angaben wurden im Antrag nicht gemacht, handelt es sich um eine sog. vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung. Aus dieser resultiert ein einseitiges Kündigungsrecht seitens der Versicherung.
Anhand dieser Fakten kannst du erkennen, wie wichtig es ist, alle gesundheitlichen Diagnosen im Vorfeld zu recherchieren. Erstelle am besten eine Liste mit diesen Diagnosen und sorge dafür, dass deine „Vorerkrankungen“ schon bei einem Vergleich unterschiedlicher Krankenversicherungsangebote berücksichtigt werden.
Ausschließlich auf diese Weise erhältst du einen neutralen Überblick über die realen Krankenversicherungsbeiträge, die dich in Zukunft erwarten. Natürlich erleichtert ein solcher PKV-Vergleich deine Entscheidungsfindung, da die Vor- und Nachteile der einzelnen Angebote deutlich werden.
Was hohe Risikozuschläge langfristig bedeuten
Risikozuschläge fallen je nach Gesellschaft sehr unterschiedlich aus – darauf gilt es vor der Entscheidung für eine PKV besonders zu achten.
Ein Beispiel aus der Praxis:
Ein Beamter hatte vor einem Jahr Knieschmerzen – kurze Behandlung, vollständig ausgeheilt, eigentlich längst vergessen. Trotzdem steht die Diagnose in seiner Krankenakte und wird bei der Antragstellung relevant.
Gesellschaft A verlangt dafür einen Risikozuschlag von 20 Prozent. Gesellschaft B nur 10 Prozent. Gesellschaft C verzichtet ganz auf einen Zuschlag.
Dadurch kommt es für dich zu massiven Beitragsunterschieden, die langfristig tausende oder gar zehntausende Euro Mehrbeiträge für dich bedeuten können.
Genau das ist der Grund, warum die Beiträge in Online-Rechnern für dich persönlich keine Aussagekraft haben – dort werden keine Vorerkrankungen berücksichtigt. Dein tatsächlicher Monatsbeitrag kann je nach Gesellschaft erheblich abweichen. Eine anonyme Risikoprüfung im Vorfeld zeigt dir, welche Gesellschaft deine individuelle Situation am besten bewertet – bevor du einen Antrag stellst.
Die Öffnungsklausel als Alternative
In bestimmten Situationen gibt es für Beamte die sogenannte Öffnungsklausel. Diese begrenzt den Risikozuschlag pauschal auf 30 Prozent des Tarifbeitrages – unabhängig vom tatsächlichen Gesundheitszustand.
Der Vorteil:
Aufnahme ohne vollständige Risikoprüfung.
Der Nachteil:
Bestimmte Leistungen sind eingeschränkt. Ob die Öffnungsklausel für dich sinnvoll ist, hängt von deiner individuellen Situation ab und sollte im Rahmen eines unabhängigen Vergleichs geprüft werden.
Fazit
Die Angaben zum Gesundheitszustand spielen in der PKV für Beamte eine wesentliche Rolle. Dies gilt natürlich ebenso für die private Krankenversicherung in der Anwärterzeit und während des Referendariats.
Durch bestimmte „Vorerkrankungen“ kann es zu Risikozuschlägen in der PKV kommen. Welche Diagnosen genau zu Mehrbeiträgen führen und in welcher Höhe diese veranschlagt werden, entscheidet jede Versicherungsgesellschaft individuell.
Deshalb empfiehlt es sich, schon vor der Entscheidung für eine Privatversicherung auszuloten, mit welchen Mehrbeiträgen du bei den einzelnen Gesellschaften ggf. zu rechnen hast. Ein individuell erstellter Krankenversicherungsvergleich für Beamte kann dir dabei helfen. Auf diese Weise erhältst du einen schnellen und transparenten Überblick über das Beitragsniveau und die Leistungen der einzelnen Tarife.
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Ich bin Sven Bruns, unabhängiger PKV-Spezialist für Beamte, Beamtenanwärter und Referendare. Mit 19 Jahren Erfahrung habe ich über 8.000 Beamte bei der Wahl ihrer privaten Krankenversicherung begleitet. Meine Kunden schätzen meine Erreichbarkeit (5,0), Fachkompetenz (4,99) und meinen Erklärungsfokus (4,99), wie die 306 Bewertungen auf ProvenExpert zeigen.
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