Brauche ich als Beamter oder Beamtenanwärter eine Anwartschaftsversicherung?
Diese Frage lässt sich nicht in einem Satz beantworten. Deshalb möchte ich dir heute darstellen, worum es sich genau bei einer Anwartschaft handelt und wann du diese benötigst.
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Diese Frage lässt sich nicht in einem Satz beantworten. Deshalb möchte ich dir heute darstellen, worum es sich genau bei einer Anwartschaft handelt und wann du diese benötigst.
Beamte und Beamtenanwärter mit einer Heilfürsorgeberechtigung sollten ab dem ersten Tag eine Anwartschaftsversicherung abschließen, während eine solche für privat versicherte Lehramtsreferendare beispielsweise nach dem Referendariat wichtig sein kann.
Lass uns gemeinsam auf die Details schauen und klarstellen, wann eine Anwartschaft sinnvoll ist.
Wann ist eine Anwartschaftsversicherung sinnvoll?
Zunächst ist entscheidend, ob du als Beamter oder Beamtenanwärter eine Versorgung über die Heilfürsorge erhältst oder beihilfeberechtigt bist.
Ein Großteil der Polizisten und viele Beamte bei der Feuerwehr sind durch die Heilfürsorge abgesichert. Hinzu kommt die Bundeswehrversorgung für Soldaten. Bei verbeamteten Lehrern, Professoren, Finanzbeamten, Richtern, Regierungsinspektoren etc. besteht hingegen die Fürsorgepflicht des Dienstherrn durch die Beihilfe.
Der Unterschied:
Die Heilfürsorge lässt sich grundsätzlich mit dem System der gesetzlichen Krankenkasse vergleichen. Die anfallenden Kosten für Vorsorgeleistungen, Erkrankungen und bei Unfällen werden komplett durch die Heilfürsorge des Dienstherrn abgeglichen. Dabei kann es sich um eine freie Heilfürsorge handeln (es entstehen keine Kosten für den Beamten) oder eine Heilfürsorge, für die der Beamte einen kleinen prozentualen Anteil seines Gehaltes entrichten muss.
Beihilfeberechtigte Beamte hingegen erhalten zwar eine Übernahme der Krankheitskosten von mindestens 50 Prozent durch den Dienstherrn – die Restkosten müssen jedoch über eine private Krankenversicherung für Beamte abgedeckt werden.
Alternativ steht Beamten mit einem Beihilfeanspruch auch der Verbleib in der gesetzlichen Krankenkasse offen. In diesem Fall muss jedoch der komplette GKV-Beitrag ohne einen Zuschuss vom Dienstherrn aus eigener Tasche geleistet werden. Lies dazu auch: Private Krankenversicherung Beamte – besser gesetzlich oder privat?
Um gemäß den gesetzlichen Vorschriften die Kranken- und Pflegeversicherungspflicht zu erfüllen, muss der Heilfürsorgeberechtigte lediglich eine Pflegepflichtversicherung abschließen, während der Beamte mit Beihilfeanspruch die Restkostendeckung über eine PKV benötigt und natürlich auch die Pflegeversicherung.
Der Unterschied zwischen einer kleinen und großen Anwartschaftsversicherung
Eine Anwartschaftsversicherung gibt es in verschiedenen Formen. Grundsätzlich gilt es zwischen einer kleinen und großen Anwartschaftsversicherung zu unterscheiden.
Durch den Abschluss einer kleinen Anwartschaft „frierst“ du deinen Gesundheitszustand ein, sodass du zu einem späteren Zeitpunkt ohne neue Gesundheitsprüfung in eine private Krankenversicherung aufgenommen wirst. Bei einer großen Anwartschaftsversicherung sicherst du noch zusätzlich zum Gesundheitszustand dein Einstiegsalter ab.
Als beihilfeberechtigter Beamter oder Beamtenanwärter brauchst du somit keine Anwartschaftsversicherung, wenn du die Restkosten über eine private Krankenversicherung für Referendare, Beamte oder Anwärter absicherst. Du bist „aktiv“ PKV-versichert und dadurch ist dein Gesundheitszustand und dein Einstiegsalter im laufenden Vertrag automatisch gesichert.
Beispiel:
Du beendest erfolgreich dein Referendariat, erhältst jedoch unmittelbar keine Festanstellung im Beamtenverhältnis, sondern wirst zunächst als Lehrer im öffentlichen Dienst angestellt. Soweit dein Einkommen dabei unter der Versicherungspflichtgrenze liegt, musst du in diesem Augenblick zurück in eine gesetzliche Krankenversicherung und kannst nicht weiter Mitglied einer Privatversicherung sein.
Allerdings rechnest du damit, dass du zum neuen Schuljahr eine Stelle als Beamter auf Probe erhältst. Zu diesem Zeitpunkt wirst du wieder beihilfeberechtigt und benötigst deine private Restkostenversicherung. Solltest du dich für keine Anwartschaftsversicherung nach dem Austritt aus der PKV durch den Wechsel ins Angestelltenverhältnis entschieden haben, musst du jetzt einen komplett neuen Antrag stellen und alle Gesundheitsfragen in diesem Zusammenhang aktuell beantworten.
Durch bestimmte „Vorerkrankungen“ kann es jetzt zu Risikozuschlägen oder sogar einer kompletten Ablehnung durch die privaten Krankenversicherungen kommen.
Musst du jetzt als Beamter in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben, zahlst du bis zu 780 Euro GKV-Beiträge pro Monat (z.B. Lehrer A13 Stufe 7 aus NRW – Vollzeit).
Um genau dieses Risiko zu vermeiden, „frierst“ du deine PKV nach dem Referendariat durch eine Anwartschaft ein und kannst diese mit dem erneuten Eintritt in das Beamtenverhältnis aktivieren. D.h. deine private Krankenversicherung muss dich ohne erneute Gesundheitsprüfung aufnehmen.
Für einen Referendar reicht in diesem Fall eine kleine Anwartschaftsversicherung, die den Gesundheitszustand sichert. In den vergünstigten Anwärtertarifen werden keine Altersrückstellungen gebildet, deshalb macht es wenig Sinn, neben dem Gesundheitszustand auch das Einstiegsalter zu sichern.
Kleine Anwartschaften werden von manchen Versicherungsgesellschaften speziell für Lehrer, Polizisten und Feuerwehrleute für 1 Euro im Monat angeboten. Andere Krankenversicherungen verlangen für diese 12–15 Euro monatlich.
Eine große Anwartschaft bietet sich z. B. für Beamte an, die von der Heilfürsorge profitieren.
Die Heilfürsorge übernimmt die komplette gesundheitliche Versorgung. Somit wird erst beim Einstieg ins Pensionsalter eine private Krankenversicherung benötigt. Zu diesem Zeitpunkt endet die Heilfürsorgeberechtigung.
Da das Einstiegsalter bei den privaten Krankenversicherungen ein ganz wichtiges Kriterium ist, wird der PKV-Schutz natürlich sehr teuer, wenn du erst mit 60 oder 65 Jahren in die Privatversicherung einsteigst.
Deshalb ist es für Heilfürsorgeempfänger sinnvoll, neben dem Gesundheitszustand das Einstiegsalter schon frühzeitig festzuhalten. Dies ist über eine große Anwartschaftsversicherung möglich.
Fazit
Solange du als Beamter, Beamtenanwärter oder Referendar beihilfeberechtigt und privat krankenversichert bist, benötigst du keine Anwartschaftsversicherung.
Diese dient dazu, deinen privaten Krankenversicherungsschutz „einzufrieren“, wenn du nicht PKV-versichert bist – beispielsweise während einer Übergangszeit im Angestelltenverhältnis.
Durch eine solche Anwartschaftsversicherung brauchst du bei einer erneuten Verbeamtung keine Gesundheitsprüfung mehr bei deiner PKV zu durchlaufen. Unabhängig von deinen „Vorerkrankungen“ muss deine Privatversicherung dich wieder aufnehmen.
Für Empfänger der Heilfürsorge ist eine Anwartschaftsversicherung generell sehr bedeutend, da die Beihilfeberechtigung erst im Pensionsalter beginnt. Somit ist eine große Anwartschaft für Heilfürsorgeberechtigte meist empfehlenswert, damit nicht nur der Gesundheitszustand, sondern auch frühzeitig das Einstiegsalter festgehalten wird.
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Ich bin Sven Bruns, unabhängiger PKV-Spezialist für Beamte, Beamtenanwärter und Referendare. Mit 19 Jahren Erfahrung habe ich über 8.000 Beamte bei der Wahl ihrer privaten Krankenversicherung begleitet. Meine Kunden schätzen meine Erreichbarkeit (5,0), Fachkompetenz (4,99) und meinen Erklärungsfokus (4,99) – wie die 306 Bewertungen auf ProvenExpert zeigen.
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