Kann ich als privat krankenversicherter Beamter jederzeit wieder in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln?
„Einmal privat, immer privat“ – sicherlich hast du diesen Satz schon gehört. Doch stimmt die Feststellung? Kannst du als Beamter nie mehr zurück in die gesetzliche Krankenkasse, wenn du dich einmal für eine private Krankenversicherung entschieden hast?
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„Einmal privat, immer privat“ – sicherlich hast du diesen Satz schon gehört. Doch stimmt die Feststellung?
Kannst du als Beamter nie mehr zurück in die gesetzliche Krankenkasse, wenn du dich einmal für eine private Krankenversicherung entschieden hast?
Auf diese Thematik möchte ich heute eingehen und dir alle Details erläutern. Solltest du Fragen haben, schreib mir jederzeit gerne eine Nachricht.
Wann ist ein Wechsel für Beamte von einer PKV in eine GKV möglich?
Generell ist die Feststellung „einmal privat, immer privat“ korrekt, wenn du beispielsweise als Beamter bereits 10 Jahre in deiner privaten Krankenversicherung für Beamte bist und plötzlich zurück in die gesetzliche Krankenkasse möchtest.
Ein solcher Wechsel ist nicht möglich – macht jedoch finanziell in aller Regel auch gar keinen Sinn, da du als Beamter in der GKV immer den vollen Beitrag zahlen musst. D.h. der Dienstherr übernimmt bei gesetzlich versicherten Beamten keinen Anteil der Krankheitskosten. (Lies dazu auch: Private Krankenversicherung für Beamte – Besser gesetzlich oder privat?)
Völlig anders sieht es jedoch bei einem Statuswechsel aus. Hast du dich als Anwärter für eine private Krankenversicherung für Beamtenanwärter entschieden und wirst nach der Anwärterzeit nicht sofort Beamter auf Probe, sondern zunächst Angestellter im öffentlichen Dienst, so musst du in diesem Moment zurück in die gesetzliche Krankenkasse (soweit du als Angestellter über 450 Euro monatlich verdienst und jährlich unter der Versicherungspflichtgrenze).
Es tritt durch den Statuswechsel ins Angestelltenverhältnis eine Pflichtversicherung (§5 Sozialversicherungsrecht) ein und du hast keine Möglichkeit, in der PKV zu verbleiben. Wählst du als Angestellter nicht selbst eine gesetzliche Krankenkasse, meldet dich dein Arbeitgeber automatisch bei der AOK an.
Dies trifft natürlich generell auf Beamte zu, die in ein Angestelltenverhältnis wechseln und unterhalb der Versicherungspflichtgrenze verdienen.
In welchem Fall macht eine Anwartschaftsversicherung Sinn?
Rechnest du dauerhaft mit einer erneuten Verbeamtung, macht es großen Sinn, die private Krankenversicherung über eine sog. Anwartschaftsversicherung „einzufrieren“. Dadurch kannst du deine PKV bei der Rückkehr ins Beamtenverhältnis ohne erneute Gesundheitsprüfung wieder aktivieren.
Ein Beispiel:
Die private Krankenversicherung im Referendariat endet mit der Anwärterzeit, wenn du danach zunächst eine Stelle im Angestelltenverhältnis erhältst. In diesem Fall ist die Rückkehr in eine gesetzliche Krankenversicherung unausweichlich (soweit du über 450 Euro monatlich und unterhalb der Versicherungspflichtgrenze verdienst). Kündigst du jetzt deine private Krankenversicherung, so musst du bei einer erneuten Verbeamtung einen komplett neuen PKV-Antrag stellen und alle Gesundheitsfragen beantworten (Lies dazu auch: Welche Gesundheitsangaben sind beim Abschluss einer PKV für Beamte bedeutend?)
Sollten während der Zeit als Angestellter jetzt bestimmte Erkrankungen auftreten (dies muss keine schwere Erkrankung sein), musst du alle neuen Diagnosen bei der Beantragung einer privaten Krankenversicherung im Zuge der Verbeamtung auf Probe angeben. Durch Risikozuschläge kann dein Monatsbeitrag jetzt deutlich steigen oder die Privatversicherer können dich sogar ablehnen. In diesem Fall musst du in der gesetzlichen Krankenkasse als Beamter verbleiben und zahlst bis zu 792 Euro im Monat (Beispiel: Bei einer A13-Stufe-7-Vollzeitstelle in NRW).
Ein solches Risiko solltest du auf jeden Fall ausschließen, indem du statt einer Kündigung die PKV über die Anwartschaftsversicherung in einen Ruhezustand versetzt. Eine solche Anwartschaft macht natürlich nur Sinn, wenn du zu einem späteren Zeitpunkt wieder mit einer Verbeamtung rechnest. (Lies dazu: Brauche ich als Beamter oder Beamtenanwärter eine Anwartschaftsversicherung?)
Fazit:
Die Aussage „Einmal privat, immer privat“ ist nicht richtig. Bei einem Statuswechsel vom Beamten ins Angestelltenverhältnis (z.B. nach einer Anwärterzeit) ist ein Wechsel in eine gesetzliche Krankenkasse sogar gesetzlich verpflichtend (soweit dein Gehalt über 450 Euro im Monat liegt und unterhalb der Versicherungspflichtgrenze).
Erst bei einer erneuten Verbeamtung kannst du dann wieder in eine private Krankenversicherung wechseln. Damit du zu diesem Zeitpunkt ohne erneute Gesundheitsprüfung von deiner PKV wieder aufgenommen wirst, ist es empfehlenswert, für die Zeit als Angestellter die Privatversicherung durch eine Anwartschaft „einzufrieren“. Diese kannst du dann bei der Wiederaufnahme des Beamtenverhältnisses unmittelbar aktivieren (ohne neue Prüfung deines Gesundheitszustandes).
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Ich bin Sven Bruns, unabhängiger PKV-Spezialist für Beamte, Beamtenanwärter und Referendare. Mit 19 Jahren Erfahrung habe ich über 8.000 Beamte bei der Wahl ihrer privaten Krankenversicherung begleitet. Meine Kunden schätzen meine Erreichbarkeit (5,0), Fachkompetenz (4,99) und meinen Erklärungsfokus (4,99), wie die 306 Bewertungen auf ProvenExpert zeigen.
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