Beamte in der gesetzlichen Krankenkasse – Was kostet die GKV für Beamte?

Lehrerin mit Mappen in der Hand vor Tafel mit Zahlen

Beamte und Beamtenanwärter haben die Möglichkeit, in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) zu verbleiben. Allerdings gilt es dabei den finanziellen Aspekt zu achten, da bis auf wenige Ausnahmen Beamte den vollen GKV-Beitrag aus der eigenen Tasche zahlen müssen.

Lediglich Landesbeamte in Brandenburg, Thüringen, Berlin, Hamburg und Bremen erhalten momentan durch den Dienstherrn einen Zuschuss zu den gesetzlichen Krankenkassenbeiträgen in Form der pauschalen Beihilfe.

Heute möchte ich auf die Details eingehen, wie sich ein Verbleib für Beamte in der gesetzlichen Krankenkasse exakt auswirkt und welche Alternativen es gibt.

Grundsätzlich errechnen sich Ihre Kosten zur gesetzlichen Krankenversicherung als Beamter immer nach der Höhe Ihrer Besoldung. Neben der gesetzlichen Krankenkasse werden auch noch Kosten zur Pflegepflichtversicherung fällig. Sowohl die Kranken- als auch die Pflegeversicherung sind verpflichtend. Derzeit zahlen Sie zur gesetzlichen Krankenversicherung durchschnittlich 15,2 Prozent (abhängig vom Zusatzbeitrag) und 3,3 Prozent zur Pflegepflichtversicherung. Zusammen werden somit auf Ihre Besoldung 18,5 Prozent für die gesetzliche Krankenkasse als Beamter fällig.

Ein Beispiel:

Ein Bundesbeamter mit einer A12 Besoldung (Erfahrungsstufe 3) erhält eine Besoldung in Höhe von 4.326 Euro im Monat. Auf diese Einkünfte fallen bei der Wahl der gesetzlichen Krankenkasse für Beamte die vollen 18,5 Prozent GKV-Beitrag an. Daraus errechnen sich gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge von 800 Euro monatlich. Eine enorme finanzielle Belastung für den Beamten. 

Die pauschale Beihilfe mindert diese hohe Belastung, da der Dienstherr 50 Prozent der GKV-Kosten übernimmt. Allerdings ist diese wie oben beschrieben, nur für Beamte und Beamtenanwärter in fünf Bundesländern überhaupt möglich. Gehen wir davon aus, unser Beamter wäre kein Bundesbeamter, sondern würde in Brandenburg verbeamtet und möchte die Kosten der gesetzlichen Krankenkasse unter Einbezug der pauschalen Beihilfe berechnen, so zahlt hier der Dienstherr 50 Prozent der Kosten für die gesetzliche Krankenkasse. Eine Beteiligung an den Kosten zur Pflegepflichtversicherung gibt es allerdings über die pauschale Beihilfe nicht. Gehen wir von einem Krankenkassensatz von 15,2 Prozent aus (z.B. Techniker Krankenkasse), entfallen auf den Beamten in Brandenburg nur 7,6 Prozent (50 Prozent) und die 3,3 Prozent zur Pflegepflichtversicherung. Somit beläuft sich der Kranken- und Pflegeversicherungssatz auf insgesamt 10,9 Prozent. Bei einer Besoldung von 4.326 Euro entspricht dies einem monatlichen GKV-Beitrag von rund 470 Euro.

Eine große Problematik der pauschalen Beihilfe besteht daran, dass es diese eben nur in Brandenburg, Thüringen, Berlin, Hamburg und Bremen gibt. Wechseln Sie aus einem dieser Bundesländer unter Inanspruchnahme der pauschalen Beihilfe in ein anderes Bundesland, wird dort sofort in der GKV der Vollbeitrag fällig (wie im obigen Beispiel die rund 800 Euro monatlich).

Die Alternative zum Verbleib in der gesetzlichen Krankenkasse ist für Beamte und Beamtenanwärter die Wahl einer privaten Krankenversicherung. Dadurch entsteht grundsätzlich ein Anspruch auf die individuelle Beihilfe. Dieser liegt bei mindestens 50 Prozent und steigt je nach Beihilfeverordnung bis zu 70 Prozent. Der Beamte muss lediglich die verbleibenden Restkosten absichern über eine private Krankenversicherung absichern.

Dabei ist die Höhe der Besoldung völlig unerheblich, da bei der PKV für Beamte andere Kriterien zur Ermittlung der Kosten entscheidend sind.

Fortsetzung folgt

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