Warum sich die PKV im Referendariat NRW für Lehramtsanwärter oft lohnt
Als Angestellter zahlt dein Arbeitgeber die Hälfte des GKV-Beitrags. Als Beamter auf Widerruf fällt dieser Zuschuss in NRW komplett weg. Du trägst den vollen GKV-Beitrag selbst, ohne jede Beteiligung des Dienstherrn.
In der PKV läuft es anders. Das Land NRW beteiligt sich direkt an deinen Krankheitskosten über die Beihilfe. Als Lehramtsreferendar ohne Kinder oder mit einem Kind beträgt dein Beihilfesatz 50 Prozent. Ab zwei Kindern steigt dieser auf 70 Prozent.
Du versicherst in der PKV nur den Anteil deiner Arztrechnung, den die Beihilfe nicht übernimmt. Bei einem Beihilfesatz von 50 Prozent ist das genau die Hälfte. Für die meisten Referendare in NRW ist der PKV-Beitrag dadurch deutlich niedriger als in der GKV.
→ Wie die PKV im Referendariat grundsätzlich funktioniert, erfährst du hier: Ratgeber zur privaten Krankenversicherung im Referendariat
Was kostet die PKV im Lehramtsreferendariat in NRW?
Vier Faktoren bestimmen deinen Beitrag:
- dein Einstiegsalter
- dein Gesundheitszustand
- dein Beihilfesatz
- deine Tarifwahl
Deine Anwärterbezüge spielen dabei keine Rolle, denn die PKV richtet sich nach diesen Faktoren, nicht nach deinem Einkommen. Hast du Vorerkrankungen, können Versicherer Beitragszuschläge verlangen oder bestimmte Leistungen ausschließen.
→ Konkrete Beitragsbeispiele findest du hier: PKV-Kosten im Referendariat
Worauf du bei der PKV als Lehramtsanwärter in NRW achten solltest
Wahlleistungen im Krankenhaus
Die Beihilfe NRW beteiligt sich an den Kosten für ein Zweibettzimmer mit Chefarztbehandlung. Allerdings zieht das Land bei Wahlleistungen täglich 24,50 Euro von seiner Erstattung ab. Bei einem zehntägigen Krankenhausaufenthalt entstehen so 245 Euro Eigenanteil, den weder Beihilfe noch PKV-Grundtarif automatisch übernehmen.
Ein Krankenhaustagegeld von 25 Euro täglich in deiner PKV gleicht diesen Abzug aus. Viele Anwärtertarife für NRW enthalten diesen Baustein bereits oder bieten ihn gegen einen geringen Aufpreis an.
Beihilfeergänzungstarif
In bestimmten Leistungsbereichen kürzt die Beihilfe NRW ihre Erstattung. Betroffen sind unter anderem Zahnersatz, Brillen und Heilpraktikerbehandlungen. Ein Beihilfeergänzungstarif schließt diese Lücken und sichert dir eine vollständige Kostenerstattung.
→ Was dieser genau abdeckt, erklärt der: Ratgeber zum Beihilfeergänzungstarif
Wie geht es nach dem Referendariat in NRW mit der PKV weiter?
Das Referendariat in NRW dauert 18 Monate. Was danach mit deiner PKV passiert, hängt davon ab, ob du direkt verbeamtet wirst oder zunächst ins Angestelltenverhältnis wechselst.
Verbeamtung auf Probe
Wirst du unmittelbar nach dem Referendariat als Beamter auf Probe in NRW übernommen, läuft deine PKV ohne Unterbrechung weiter. Du wechselst vom vergünstigten Anwärtertarif in den Volltarif für Lehrkräfte. Ein Wechsel des Versicherers ist zu diesem Zeitpunkt möglich, erfordert aber eine neue Gesundheitsprüfung.
→ Alles zur PKV für verbeamtete Lehrer auf Probe erklärt der: Hauptratgeber zur PKV für Lehrer
Angestelltenverhältnis
Wirst du zunächst als Angestellter tätig, tritt in der Regel Versicherungspflicht in der GKV ein. Über eine Anwartschaftsversicherung kannst du deine PKV trotzdem erhalten. Dein Gesundheitszustand wird eingefroren, und bei einer späteren Verbeamtung muss dich der Versicherer ohne erneute Gesundheitsprüfung wieder aufnehmen.
→ Mehr dazu: Brauche ich eine Anwartschaftsversicherung?
PKV im Referendariat NRW: Warum sich ein Tarifvergleich lohnt
Für die meisten im Lehramtsreferendariat in NRW ist die PKV die günstigere Wahl, weil die Beihilfe des Landes einen Großteil der Krankheitskosten übernimmt. Welcher Tarif am besten zu dir passt, hängt von deinem Gesundheitszustand, deinem Beihilfesatz und den gewünschten Leistungen ab. Da ein Wechsel des Versicherers später eine neue Gesundheitsprüfung erfordert, ist ein gründlicher Vergleich vor dem Abschluss entscheidend.