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Was ist die Beihilfe für Beamte? Einfach erklärt 2026

Die Beihilfe für Beamte ist eine finanzielle Unterstützung, die dein Dienstherr dir bei Krankheit, Unfall oder der Geburt eines Kindes zahlt. Dein Dienstherr kann dabei der Bund, ein Bundesland oder eine Kommune sein.

Je nach Bundesland und deiner persönlichen Situation übernimmt die Beihilfe zwischen 50 % und 80 % deiner Krankheitskosten. Da der Dienstherr jedoch nie die vollen Kosten trägt, musst du den verbleibenden Anteil (die sogenannten Restkosten) selbst absichern.

Wie genau dieses Zusammenspiel funktioniert und worauf du bei der Auswahl deines Tarifs achten musst, erfährst du in meinem Hauptratgeber zur privaten Krankenversicherung für Beamte.

Die rechtliche Grundlage für dieses System ist die Fürsorgepflicht des Dienstherrn: Er ist gesetzlich verpflichtet, für deine Gesundheit zu sorgen – sowohl während deiner aktiven Dienstzeit als auch im Ruhestand (§ 78 BBG für Bundesbeamte bzw. § 45 BeamtStG für Landesbeamte).

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Sven Bruns

PKV-Beamtenspezialist
19 Jahre Erfahrung | 8.000+ versicherte Beamte
★ 4,97/5 · 305 Bewertungen (ProvenExpert)


Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Die individuelle Beihilfe übernimmt je nach Situation zwischen 50 % und 80 % deiner Krankheitskosten (Ausnahmen Hessen und Sachsen)
  • In neun Bundesländern gibt es zusätzlich die pauschale Beihilfe als Alternative
  • Die Beihilfe hat Lücken, die sich gezielt absichern lassen
  • Bei Wahlleistungen im Krankenhaus unterscheiden sich die Regelungen stark je nach Bundesland

Wie hoch ist deine Beihilfe? Die Beihilfesätze im Überblick

Wie viel dein Dienstherr übernimmt, hängt von deiner persönlichen Situation ab. Das gilt für die individuelle Beihilfe, die in den meisten Bundesländern die Standardregel ist. Der sogenannte Beihilfesatz ist nicht für alle Beamte gleich:

Beihilfesatz
Beamte ohne berücksichtigungsfähige Kinder50 %
Beamte mit zwei oder mehr Kindern70 %
Versorgungsempfänger im Ruhestand70 %
Berücksichtigungsfähige Ehegatten70 %
Berücksichtigungsfähige Kinder80 %

Hinweis: In Sachsen und Hessen gelten abweichende Regelungen.

Den Anteil, den die Beihilfe nicht übernimmt, sicherst du über eine private Krankenversicherung ab. Du reichst deine Arztrechnung beim Dienstherrn und bei deiner PKV ein. Beide erstatten dir ihren jeweiligen Anteil, je nach Beihilfesatz und gewähltem Tarif.

Individuelle Beihilfe oder pauschale Beihilfe: Was ist der Unterschied?

Bei der pauschalen Beihilfe funktioniert das Prinzip anders. Dein Dienstherr übernimmt nicht einen Teil deiner Arztrechnung, sondern beteiligt sich mit 50 % an deinen monatlichen Krankenversicherungsbeiträgen. Das gilt sowohl für die gesetzliche als auch für die private Krankenversicherung.

Aktuell bieten neun Bundesländer die pauschale Beihilfe an: Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen. In diesen Bundesländern kannst du selbst entscheiden, welches Modell du bevorzugst.

Wichtig: Diese Entscheidung ist nicht umkehrbar. Hast du dich einmal für die pauschale Beihilfe entschieden, gilt das für deine gesamte Beamtenlaufbahn (Ausnahme: Beamtenanwärter und Referendare).

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So funktioniert die Abrechnung bei der individuellen Beihilfe

Das folgende Beispiel gilt für die individuelle Beihilfe. Bei der pauschalen Beihilfe läuft die Abrechnung anders, da dein Dienstherr dort direkt deinen Versicherungsbeitrag bezuschusst.

Angenommen, du gehst zum Arzt und bekommst eine Rechnung über 120 Euro. Bei einem Beihilfesatz von 50 % läuft die Abrechnung so ab:

  • Die Rechnung reichst du bei deinem Dienstherrn ein. Die Beihilfe erstattet dir 60 Euro.
  • Den verbleibenden Anteil von 60 Euro reichst du bei deiner privaten Krankenversicherung ein. Die PKV übernimmt diese 60 Euro.
  • Dein Eigenanteil: 0 Euro.

Bei einem normalen Arztbesuch bleibt in der Regel kein Eigenanteil. In bestimmten Bereichen übernimmt die Beihilfe jedoch nicht die vollen Kosten, sodass ein Eigenanteil entstehen kann.

Was die Beihilfe nicht vollständig übernimmt

Ähnlich wie die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt auch die Beihilfe bestimmte Leistungen nur teilweise oder gar nicht. Häufig betroffen sind beispielsweise:

  • Zahnersatz (Material- und Laborkosten)
  • Brillen und Kontaktlinsen
  • Heilpraktikerbehandlungen
  • Hilfsmittel
  • Abrechungen von Ärzten und Zahnärzten oberhalb der Gebührenordnung

Diese Lücken lassen sich gezielt absichern.

→ Mehr dazu in meinem Artikel: Was ist ein Beihilfeergänzungstarif?

Jährlicher Selbstbehalt bei der Beihilfe

Neben den Leistungskürzungen gibt es in vielen Bundesländern zusätzlich einen jährlichen Selbstbehalt, auch Kostendämpfungspauschale genannt. Das ist ein fixer Betrag, den du einmal im Jahr selbst trägst, bevor die Beihilfe einspringt. Das gilt unabhängig davon, welche Leistung du in Anspruch nimmst.

Die Höhe richtet sich nach deiner Besoldungsstufe und deiner Familiensituation. Ob deine Beihilfe einen Selbstbehalt vorsieht, steht in deiner jeweiligen Beihilfeverordnung.

Wahlleistungen im Krankenhaus

Möchtest du bei einem Krankenhausaufenthalt im Zweibettzimmer liegen und von einem Chefarzt behandelt werden, handelt es sich um sogenannte Wahlleistungen. Wie die Beihilfe diese Kosten behandelt, unterscheidet sich stark je nach Beihilfeverordnung.

RegelungBeihilfe
Beihilfe übernimmt ihren Anteil gemäß BeihilfesatzBund
Beihilfe übernimmt ihren Anteil, zieht aber pro Krankenhaustag einen fixen Betrag abBayern, NRW, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
Beihilfe übernimmt ihren Anteil gegen eine monatliche ZuzahlungBaden-Württemberg, Rheinland-Pfalz
Beiihilfe übernimmt ihren Anteil gegen eine monatliche Zuzahlung und zieht pro Krankenhaustag einen fixen Betrag abHessen
Beihilfe übernimmt die Kosten nichtBerlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland, Schleswig-Holstein

In Bundesländern, in denen die Beihilfe Wahlleistungen nur teilweise oder gar nicht übernimmt, kannst du den verbleibenden Anteil über deine private Krankenversicherung absichern.

→ Was eine PKV für Beamte kostet, erfährst du hier: PKV Beamte Kosten.

Beihilfe für Beamte: Das solltest du wissen

Die individuelle Beihilfe übernimmt einen großen Teil deiner Krankheitskosten. Den verbleibenden Anteil sicherst du über eine PKV ab. Wie hoch dieser Anteil ist, hängt von den Beihilfesätzen deines Bundeslandes oder der Bundesbeihilfe ab.

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Sven Bruns
Dein Beamtenspezialist

Ich bin Sven Bruns, unabhängiger PKV-Spezialist für Beamte, Beamtenanwärter und Referendare. Mit 19 Jahren Erfahrung habe ich über 8.000 Beamte bei der Wahl ihrer privaten Krankenversicherung begleitet. Meine Kunden schätzen meine Erreichbarkeit (5,0), Fachkompetenz (4,99) und meinen Erklärungsfokus (4,99) – wie die 305 Bewertungen auf ProvenExpert zeigen.